DIE MÖWE

von Anton Pawlowitsch Tschechow

 

Ein Landhaus am See. Jahr für Jahr versammelt sich dort ein Zirkel um die in Moskau gefeierte Schauspielerin Irina Arkadina. Ihr Sohn Kostja hat ein Theaterstück geschrieben und inszeniert, das vor den versammelten Sommerfrischlern gespielt wird und nur Spott erntet. Arkadinas Liebhaber, der bekannte Autor Trigorin, verliebt sich in die Hauptdarstellerin Nina und redet ihr ein, sie sei ein großes Talent. Kostja, dessen große Liebe Nina ist, unternimmt einen Selbstmordversuch, nachdem er erkannt hat, daß er Nina für immer verlieren wird. Zwei Jahre später kommt der Zirkel wieder im Landhaus am See zusammen. Der Ort ist derselbe geblieben, die Erinnerungen sind wach, nur die Menschen haben sich verändert...

 

In Tschechows berühmter Komödie von 1896 ist die Zeit stehengeblieben. Charaktere und Dialoge könnten von heute sein, so lebendig sprechen die Personen von ihren Karrieren, Schicksalen, ihrem Hoffen, ihren Sehnsüchten. "Die Möwe" ist ein Stück über das Scheitern - am Leben, an den eigenen Träumen, aneinander. Theater Plan B spielt es mit einem jungen Ensemble, in dem Gestern und Heute untrennbar miteinander verschmelzen.

 

mit Friedrich Custodio, Anna Fleck, Theresa Hanich, Robert Kühn, Christina Matschoss, Clemens Nicol, Ramona Schmid und Stefan Voglhuber

 

Szenische Leitung: Andreas Wiedermann

 

Eine Produktion von Theater Plan B

Weitere Informationen: www.theater-plan-b.net

 

Termine:
18. / 19. / 23. / 24. / 25. / 26. August - 20 Uhr

 

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Der ganze Reichtum von Tschechows Welt
Eine wunderbare Inszenierung von ,,Die Möwe'' im Teamtheater Tankstelle

Ein jeder soll performen wie er will und wie er kann'' stellt lrina (There­sa Hanich) aufgekratzt und gönnerhaft fest, nachdem ihr Sohn Kostja (Friedrich Custio­dio) die Aufführung seines neuen Theaterstücks abgebro­chen hat. Das Publikum hatte gelacht, das Werk und seinen Schöpfer gar ausgelacht. Das Publikum ist nicht nur seine Mutter, die eine bekann­te Theaterdiva ist, sondern auch ihr stets kränkelnder Bruder Sorin ( Clemens Nicol) so­wie die bildungsbürgerlichen Nachbarn aus dem Provinznest, aus dem lrina stammt und wo sie die Sommerferien ver­bringt. Ein Verb wie ,,performen" steht natürlich nicht bei Tsche­chow. Aber sein Stück „Die Möwe" diskutiert nicht nur Bühnenkunst in Zeiten des Umbruchs, sondern repräsen­tiert sie wie nur wenige andere Dramentexte selbst.
Vor 121 Jahren fiel die Ko­mödie, wie Tschechow die meisten seiner Stücke voller unglücklicher Menschen be­zeichnete, bei der Urauffüh­rung in Petersburg durch und erlitt damit das gleiche Schick­sal wie seine jugendliche Hauptfigur. Der Regisseur Andreas Wie­dermann erzählt in seiner „Mö­we"-lnszenierung, die gerade im Teamtheater Tankstelle gastiert, auch von der Kontinuität dieses Umbruchs. Wiedermann hat schon mehrfach bewiesen, tief in die Strukturen seiner li­terarischen oder dramatischer Spielvorlagen eingreifen zu können, ohne dem Stoff die Substanz zu nehmen.
Aber mit der ,.Möwe" geht er nicht nur respektvoll, sondern fast zärtlich um. Wie beiläufig wird der Stoff aus dem späten 19.ins frühe 21. Jahrhundert verschoben. Nicht einmal die Tabak schnupfende und am Flachmann nuckelnde Mascha  (Christina Matschoss ), die mit ihrem Verlobten ausschließlich über Skype im Smartphone streitet, erscheint als billig um Aktualität ringender Gag.
Auf der fast leeren Bühne entfaltet sich der ganze Reich­tum von Tschechows Welt ohne jeden Naturalismus.  Dafür haben der Regisseur und sein ebenso empfindsames wie souveränes Darstellerteam vom Theater Plan B in Strau­bing die Chance ergriffen gleichzeitig ein modernes Künstlerdrama zu erzählen so­wie einen historischen Text so zu entfalten, wie ihn der Autor möglicherweise gedacht haben könnte.

Mathias Hejny - AZ

 

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